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WER IMPROVISIERT HAT IMMER!
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EINEN PLAN.
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ER KENNT IHN
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NUR NOCH NICHT.
Abwesenheit künstlerischer Praxis ist unseriös.
Der Kunst wird gern der Schwarze Peter des Gagahaften zugeschoben. Dabei hat sie präzisere Werkzeuge als jede Excel-Tabelle.
Was Improvisation angeht - egal ob als Spieler oder Workshopleiter - bin ich Ueberzeugungstäter.
Denn sie ist im Stande, uns direkt zu den Kernpunkten dessen zu führen, was Schauspiel bedeutet und mehr noch: Was "Mensch sein" bedeutet. Jeglicher Schaffensprozess beruht im Grunde auf Improvisation.
Meine Überzeugung ist, dass Menschen unabhängig von ihrem Job, ihrer Sozialisation oder ihren Vorlieben ein unerfülltes Leben führen, wenn sie keine Verbindung zu der ihnen innewohnenden Kreativität spüren.
Kunst darf nicht nur sogenannten Kulturschaffenden vorbehalten sein. Jeder Mensch sollte - was immer er auch tut - in dem Verständnis leben, damit Kultur_zu_schaffen. Das ist, was ich mittels Improvisation zu vermitteln suche.
#kunstISTwissenschaft+
Intuition muss man nicht lernen - sie steckt bereits in uns. Doch wie finden wir im Kontext der heutigen Welt, welche uns viele Handlungsmuster auferlegt, die uns eher von der Intuition wegführen, den Zugang zu ebenjener? Und warum denn eigentlich?
Das "Wie" vermag (beispielsweise) ein Impro-Workshop in der Praxis zu vermitteln. Das "Warum" gründet unter anderem auf folgenden Gedanken und Überzeugungen:
- Wissen ist mehr als die bloße Kenntnis von Inhalten
- Lernen ist mehr als ein rein kognitiv-rationaler Prozess
- Lehren ist mehr als Inhaltsvermittlung und Abfrage
"Die deutsche Sprache unterscheidet zwischen der Aneignung von Kenntnissen und ihrer Anverwandlung, die zu einer Transformation führt." (Hartmut Rosa, "Beschleunigen wir die Resonanz", 2024 Suhrkamp)
Diese "Anverwandlung" - in meinen Worten würde ich diesen Begriff als ein qualitativ tiefgreifendes Lernen, ein Verinnerlichen, bezeichnen - kann laut des deutschen Soziologen Hartmut Rosa nur über Resonanzerfahrungen erfolgen. Improvisationstheater, aber auch allgemein theatrale Erfahrungen, sind im Stande genau das zu erzeugen.
Der Wahnsinn hat Methode
Seit Frühjahr 2026 leite ich die selbst konzipierten Impro-Workshops "In Szene gesetzt" und "Kreativ studieren: Future Skills durch Improvisation" für Studierende der HTW Dresden im Rahmen des Career Service.
Komprimierte Abwandlungen dessen führe ich außerdem regelmäßig in Masterstudiengängen der FU Berlin durch.
Die für Studierende konzipierten Kursprogramme sind für unterschiedliche Zwecke mit unterschiedlichen Schwerpunkten gewichtet und sowohl fachspezifisch als auch interdisziplinär anwendbar. Sie zielen im Wesentlichen auf das effektive Schulen verschiedener Schlüsselqualifikationen ab.
Konkret kann das zum Beispiel bedeuten, dass wir mittels improvisatorischer Storytelling-Prinzipien die Vorbereitung einer Präsentation von Grund auf überdenken. Aus Assoziationsübungen wird ein wertvolles Brainstorming-Tool, aus Statuslehre eine Reflexion über Fremdwahrnehmung, aus physischem Theater ein Zugang zu Selbstwirksamkeit, Präsenz und Charisma.
Zugleich möchte ich, der ich selbst mehrfacher Studienabbrecher bin, meine durch das Schauspiel gewonnenen Erkenntnisse zu Themen wie Resilienz, Selbstfindung, Motivation und Growth Mindset an die Teilnehmenden weitergeben.
#wissenschaftISTkunst+
An der Evangelischen Hochschule Dresden wende ich das Konzept "(mit) Intuition lernen" an der Seite von Rechtswissenschaftlerin Dr. Julia Möller-Klapperich an.
Bei der konzipierten Methodik geht es darum, wie man Elemente aus Improtheater, Schauspiel und Theaterpädagogik in der Lehre nicht nur als "Auflockerung für zwischendurch" anwendet, sondern sie gezielt zur Verbesserung zahlreicher Softskills (z.B. kommunikative Fähigkeiten, Präsentationsskills und rhetorische Techniken, Teamwork, Verständnis kreativer Prozesse, Entspannungstechniken) und kognitiver Fähigkeiten einfließen lassen kann.
“Die Leute glauben, gute und schlechte Lehrer übten die gleiche Tätigkeit aus, als sei Erziehung etwas Stoffliches, wovon schlechte Lehrer wenig, gute Lehrer hingegen viel lieferten. Das macht es schwierig zu begreifen, dass Erziehung ein zerstörerischer Prozess sein kann, dass schlechte Lehrer Talent vernichten, dass gute und schlechte Lehrer entgegengesetzte Tätigkeiten ausüben.”
(Keith Johnstone, "Improvisation und Theater", 1979)
Was differenziert eine Lehrperson von einem guten Lehrbuch?
Mit dem Beitrag "Intuition wagen!" war ich 2025 gemeinsam mit Dr. Julia Möller-Klapperich Speaker beim UNIVERSITY FUTURE FESTIVAL Berlin. In Kürze wird dieser auch im Bereich "Applied Improv" methodisch teils neuartige Ansatz in Kooperation mit Susan Lippmann vom Hochschuldidaktischen Zentrum Sachsen in einem juristischen Fachblatt veröffentlicht werden.
Es geht dabei nicht einfach darum, Applied Improv zu erklären. Zunächst einmal geht es darum klarzumachen, dass Lehrtätigkeiten und Schauspielerei bestimmte Schnittstellen aufweisen, was die Tätigkeitsanforderungen angeht. Lehrtätigkeiten gehen grundsätzlich mit der Verantwortung einher, die eigene Wirkung und Präsenz zu reflektieren.
Im Zeitalter von KI verschärft sich die Dynamik: Bloße Wissensinhalte werden immer einfacher und schneller zugänglich. Didaktik bekommt damit eine höher werdende Messlatte: Nicht mehr die Wissensvermittlung selbst steht im Mittelpunkt, sondern das Wie und das Drumherum entscheiden darüber, ob eine Lehrperson noch Mehrwert gegenüber einem KI-Agenten haben wird.
Was bleibt, sind Fähigkeiten, die niemand downloaden kann: Aufmerksamkeit erzeugen, Resonanz wahrnehmen, Situationen lesen und auf das Reagieren, was tatsächlich im Raum geschieht.
Vor allem aber möchte ich aufzeigen, dass mit Improvisationstechniken tiefergehende Ebenen von Wissensvermittlung erreicht werden können und intrinsische Motivation für Themen bewusst erzeugt werden kann. Die Lehrinhalte lassen sich direkt mit künstlerischer Praxis verknüpfen, wodurch Wissen fundierter und nachhaltiger vermittelt wird.
TRANSFORMATIONdurchTRANSFER
Transformation ist ein Linked-In-Modewort. Ähnlich wie "Agilität", "flache Hierarchien", "Unternehmenskultur" oder "Change".
Vom mittelständischen Handwerksbetrieb bis hin zum Großkonzern-CEO werden schon beim Recruitingprozess über Soziale Netzwerke literweise Buzzwords ausgeschenkt.
Was aber, wenn wir Transformation ernst nehmen? Dann haben wir ein Wort, welches ziemlich radikale Konsequenzen verlangt. Wenn ich "Transformation" wie einen Sticker auf ein Marketing-Konstrukt klebe, dann mag das für eine Weile hübsch aussehen. Nur erzeugt das eben keine Transformation, sondern einen berechenbaren Marketing-Effekt.
Wirkliche Transformation verlangt die Bereitschaft, sich auf ergebnisoffene Prozesse einzulassen, die außerhalb einer bestehenden Systemlogik oder Konvention stattfinden dürfen.
Wirkliche Transformation verlangt die Bereitschaft, Prämissen nicht nur formal, sondern fundamental zu hinterfragen. Exakt dieser Anspruch findet sich in wahrhaftiger Kunst zwangsläufig wieder.
Machen Sie damit, was Sie wollen.